Die Jacobs GmbH ist nach dem Bau der neuen Firmenzentrale und dem Umzug nach Eppertshausen weiter auf Wachstumskurs

2018-08-18T11:22:01+00:0022. September 2016|

Bericht in PRO-LEDER – Ausgabe 9/2016
Mit freundlicher Genehmigung des Fachmagazins rund ums Leder: www.pro-leder.de
Das führende Ledermagazin im deutschsprachigen Raum.

Italienische Mode mit deutscher Gründlichkeit: Das Geschäftskonzept der Jacobs GmbH kam ursprünglich vor allem in der Lederwarenindustrie gut an. Mittlerweile hat man längst neue Märkte gewonnen; heute kommen schon 70 Prozent des Umsatzes aus der Schuhindustrie. Über 40 Prozent des Absatzes werden dabei im Ausland erzielt, Tendenz steigend.

Michael Jacobs

Blickt optimistisch in die Zukunft: Firmenchef Michael Jacobs.

Die Jacobs GmbH kommt ursprünglich stark aus dem Bereich Taschenmode und war anfänglich am ursprünglichen Stammsitz in Rödermark sehr national ausgerichtet. Man operierte hier zunächst als Vertretung und Lederhändler. Doch die Mannschaft um Bernd und Michael Jacobs hatte höhere Ziele: Man startete die Entwicklung eigener Kollektionen in eigener Produktion, parallel dazu kamen die hohen Anstrengungen im Vertrieb, sowohl in Richtung der Schuhindustrie, wie auch mit Kurs auf Internationalisierung.

Jacobs-Zentrale

Die neue Jacobs-Zentrale in Eppertshausen.

Heute stammt die gesamte Produktpalette aus eigener Produktion, wobei die Kollektion komplett selbst entwickelt wird. Die Jacobs GmbH kauft ihre Rohware und Wetblue ein, vornehmlich aus Spanien und Neuseeland, aber auch andere europäische Provenienzen. Gegerbt wird in Italien, hauptsächlich im Norden des Landes. Dort arbeitet man mit jeweils drei Gerbereien in Sachen Vor- und Nachgerbung zusammen. Für das Finish setzt man auf ein breiteres Spektrum von Spezialisten: Dafür sind dann rund 20 Betriebe in Norditalien und in der Toskana zuständig.

Überwacht wird die Produktion von zwei Jacobs-Mitarbeitern, die permanent in Italien vor Ort im Einsatz sind. Der gesamte Ablauf des Produktionsprozesses, angefangen von der Kontrolle der Rohware, des Gerbprozesses, der Zurichtung, der Schadstoffkontrolle und der Logistik bis zur gesamten modischen und technischen Entwicklung des Leders wird von dem Eppertshausener Unternehmen selbst gesteuert.

Jacobs-Lagerprogramm

Das Jacobs-Lagerprogramm kommt bei den Kunden gut an.

Die späte Individualisierung der Leder ermöglicht, dass in den Vorstufen kostengünstig größere Mengen eingearbeitet werden können. Speziell die Veloure werden in Italien in einem 500 Quadratmeter großen Lager vorrätig gehalten; von dort gehen sie dann zu einem der Zurichtspezialisten zur kundenspezifischen Individualisierung. Produziert werden von Jacobs hauptsächlich Rindleder für die unterschiedlichsten Verwendungszwecke – für Schuhe, Lederwaren, Gürtel, Uhrenarmbänder, Buchbinderleder, sowie alle Arten von Accessoires. Zweimal pro Jahr wird eine komplette Kollektion erstellt, die auf der Lineapelle in Mailand präsentiert wird. Die Inspirationen dafür bezieht man nicht nur aus Modezeitschriften und Modevorträgen, Michael Jacobs setzt hier auch ganz stark auf den Input von Seiten seiner Kunden sowie seiner Zurichter in Italien.

„Das können wir ganz gut, dass wir alle Informationen zusammenpacken und eine attraktive Kollektion daraus entwickeln,“ ist er sich sicher. Hinzu kommen individuelle Entwicklungen für einzelne Kunden. Mit einem großen Investitionsvolumen hat Jacobs mittlerweile ein Lagerprogramm aufgebaut,
das rund 20 Artikel mit jeweils bis zu knapp 60 Farben umfasst. Die Hauptartikel sind hier Nappa und Veloure. Die Kunden fahren ihre Lagerhaltung immer weiter zurück und wollen kleinere Mengen in immer kürzeren Abständen geliefert bekommen. Seitens Jacobs kommt man ihnen in diesem Wunsch weit entgegen, beliefert wird ab einem Fell respektive einer Haut, bei modischen Ledern ist die Belieferung ab zehn Quadratmetern pro Farbe möglich.

Insgesamt beschäftigt die Jacobs GmbH jetzt 13 Mitarbeiter. Von Schwierigkeiten, neue geeignete Mitarbeiter zu finden, keine Spur: Trotz niedriger Arbeitslosigkeit, speziell im Rhein-Main-Gebiet sind die Bewerberzahlen für die neu ausgeschriebenen Stellen enorm hoch gewesen. „Wir als mittelständiges Familienunternehmen legen sehr viel Wert auf ein angenehmes Betriebsklima und sehen uns als Wertegemeinschaft, sowohl nach innen, wie auch nach außen im Umgang mit Geschäftspartnern sowie in der Nachhaltigkeit im Wirtschaften. Das wird heute mehr denn je gesucht“ so Michael Jacobs. Fluktuation kennt das Unternehmen daher nicht.

Im neuen Firmengebäude in Eppertshausen, das 2014 bezogen wurde, steht dem Unternehmen eine Gesamtfläche von 1100 Quadratmetern zur Verfügung. Alleine das acht Meter hohe Lager hat eine Fläche von 700 Quadratmetern. Zwei großzügige Showrooms erlauben der jeweils aktuellen Kollektion einen guten Auftritt.

Heizungsraum

Nachhaltigkeit wurde bei dem Firmenneubau großgeschrieben. Davon kündet auch die innovative Holzpelletheizanlage.

Bei der gesamten Einrichtung wurde großer Wert auf das Thema Nachhaltigkeit gelegt. Beheizt wird das komplette Gebäude durch eine innovative Holzpelletheizung. Die gesamte Beleuchtung erfolgt mittels energiesparender LED, die per Bewegungsmelder und Lichtsensoren gesteuert werden. Somit gibt es in der Firma keine Lichtschalter mehr. Hinzu kommen Fenster mit hohen K-Werten, womit jährlich im Vergleich zu einem „normalen“ Neubau rund 18.000 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden. Man sieht, der feste Glaube an die Zukunft lässt Jacobs langfristig und nachhaltig investieren. „Wir werden sicher, gemeinsam mit unseren Geschäftspartnern, erfolgreiche Jahre vor uns haben“ gibt sich Michael Jacobs daher auch selbstbewusst.

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